Plötzlich schwanger!

Julia

Ich schaue auf zwei rosa Streifen hinab und kann meinen Augen kaum trauen. Ich bin schwanger!

Drei Mal habe ich diesen Satz bislang gesagt; das erste Mal zu mir selbst. Genau genommen habe ich ihn zehn-zwanzig-dreißig mal zu mir selbst gesagt. Ungläubig, weinend, überrascht, erfreut, verwirrt, lachend. Erst leise, dann lauter. Und egal wie oft ich diesen Satz in meinem Kopf hin und her schleudere oder auch laut ausspreche, realer machte er die ganze Situation nicht. Im Gegenteil.

Plötzlich schwanger und jetzt?

Ich greife zum Telefon und sage ihn zum zweiten Mal: „Mama, hast Du kurz? Ich bin schwanger!“

Noch immer völlig neben mir sprudele ich meine Neuentdeckung durchs Telefon an dessen anderem Ende meine Mutter zuhört. Ich bekomme erste Antworten auf Fragen wie „Was muss ich jetzt als erstes machen? Ich brauche Folsäure oder? Muss ich sofort zum Arzt?!“ und werde von Antwort zu Antwort allmählich ruhiger.

Positiver Schwangerschaftstest

Der Weg zur Apotheke in kalter, klarer Winterluft wenig später hilft zusätzlich mein durcheinander gewirbeltes Innenleben wieder etwas zu sortieren. Aufgeregt und noch immer mit Millionen Gefühlen und Gedanken stapfe ich durch die Sonne. Zunehmend habe ich das Gefühl, jeder Schritt lässt etwas in mir wieder zurück an seinen ursprünglichen Platz fallen. Kurz darauf habe ich auch einen Termin beim Frauenarzt in der Tasche und atme durch.

Ein bisschen überfordert

An einem Tag wie diesem bleibt die Zeit förmlich stehen. Wie Kaugummi ziehen sich die Stunden, in denen ich hier alleine zu Hause sitze. Als mein Freund am Nachmittag endlich eintrudelt, muss ich mich stark zusammenreissen, um ihn mein „Ich bin schwanger!“ nicht schon ins Treppenhaus und mit extra vielen Ausrufezeichen entgegenzubrüllen. Stattdessen warte ich geduldig. Ganze drei Minuten bestimmt, bis ich ihn endlich in unsere Situation einweihe.

„Ich bin schwanger“ Nummer drei. 

Inzwischen ist es Abend und die Gesamtsituation erscheint mir noch immer surreal. Wenigstens bin ich damit jetzt nicht mehr alleine. Zusammen ein bisschen überfordert zu sein hilft.

Wie heißt es so schön – das Leben ist das, was passiert, während Du andere Pläne machst. 

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