Coronaferien Tag 31 – Familie Faultier

Julia

Ich wache auf. Ich habe geschlafen? Mit mir im Bett liegt ein Haufen Spielzeugautos. Achja, wir hatten uns ja nach meinem Arbeitsvormittag und dem Mittagessen ins große Bett verzogen, gekuschelt und gespielt. Ich muss eingeschlafen sein. Jetzt ist es still in der Wohnung. Mann und Kind sind ausgeflogen und ich könnte glatt bis morgen früh weiterschlafen.

Eigentlich genug…

Mein Arbeitstag verlief mäßig, ich konnte mich nicht so richtig konzentrieren, habe nicht sonderlich viel geschafft. Aber ich setze mich nicht mehr unter Druck, das habe ich nach den ersten paar Tagen Kinderbetreuung und Arbeit in Kombination aufgegeben. Meinen Kollegen geht es ähnlich, ob mit oder ohne Kinder – es ist einfach eine sehr außergewöhnliche Situation. Jeder versucht sein Bestes, ohne sich dabei auszubrennen. Bei dem Gedanken an Arbeit muss ich schon wieder Gähnen.

Sascha machte früher Feierabend und versucht gerade unseren kleinen Wirbelwind draußen mit dem Laufrad irgendwie auszupowern. Ich bin bereits ausgepowert.

Wir sind keine Pädagogen

Manchmal wünschte ich, wir hätten mehr Zeit und Energie für Charlie. Mehr Gelassenheit, um seine Phase des Grenzen Austestens besser begleiten zu können. Mehr kreative Kraft, um seinen momentanen Alltag zu Hause aufregender zu gestalten. Aber ein regulärer Tag bietet neben dem Arbeiten von zu Hause eben nur wenig Spielraum für große Projekte. Immerhin gehen wir möglichst jeden Tag mit ihm ein bisschen nach draußen für mehr Bewegung, frische Luft und einen temporären Tapetenwechsel. Für das kommende Wochenende habe ich mir außerdem schon etwas zum Basteln überlegt. Aktuell fiebere ich wirklich jedem Wochenende entgegen. Noch zwei Tage.

Es ist bald schon Zeit fürs Abendbrot. Eigentlich wollte ich heute Abend Sport machen und weiß gerade nicht, ob es gerade heute total angebracht wäre, oder ich einfach meiner Antriebslosigkeit nachgeben sollte. Jetzt stopfe ich erstmal eine Ladung Wäsche in die Maschine und gieße die Blumen, um das Gefühl zu haben, zumindest im Haushalt ein bisschen was geschafft zu haben.

Tag 35 der Pandemie.

Stimmungslage: lethargisch.
Das Kind: heute auch nur auf Sparflamme.

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