Coronaferien Tag 9 – Berlin bleibt zu Hause. Endlich.

Julia

Ich stehe Zähne putzend am Fenster im Bad und schaue in den Hof hinaus. Im Haus gegenüber steht eine Mama mit einem Baby auf dem Arm ebenfalls am Fenster. Wir winken uns zu. Ein Mann sitzt mit seinem Laptop auf seinem Balkon in der Morgensonne, ein paar Balkons weiter gießt ein anderer mit seiner Tochter die vertrockneten Blumen. Berlin bleibt zu Hause. Es wurde aber auch Zeit!

Einmal Hausarrest für alle

Vorgestern trat Angela Merkel vor die Nation und verhängte offiziell ein Kontaktverbot über das Land. Verlassen der eigenen vier Wände ist nun nur noch für wichtige Angelegenheiten und in kleinsten Gruppen erlaubt. Wir haben Hausarrest, damit die Verbreitung von Covid-19 endlich ausreichend verlangsamt werden kann. Hoffentlich zeigt dieser Verzicht eines jeden auch Wirkung.

Es ist eine so absurde Situation – mein Verstand kommt irgendwie gar nicht richtig hinterher. Wie in Momenten, in denen man plötzlich Dinge realisiert wie »Hui, ich werde ja bald schon 35!« oder »Wow, ich habe ein Kind, das mittlerweile selbstständig Laufrad fahren kann.«. So erlebe ich aktuell in unregelmäßigen Abständen Gedanken wie: »Wir erleben hier gerade eine Pandemie!«

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Das stumme Echolot der Hauptstadt

Im charmanten Café um die Ecke klebt ein trauriger Zettel, der von einer kurzfristigen Zwangs-Auszeit erzählt. Die Restaurants und kleinen Lädchen, die diesen Kiez zu einem der beliebtesten der Stadt machen, sind geschlossen. Selten habe ich unsere Nachbarschaft so leblos gesehen.

Dennoch treibt ein ruppiger Wind zahlreiche Spaziergänger durch die sonnenbeschienen Straßen. Frische Luft schnappen ist ja trotz Kontaktsperre erlaubt und laut Experten sogar notwendig, um in diesen Zeiten die körperliche und mentale Gesundheit aufrechtzuerhalten.

Laufrad Kleinkind Junge Puky

Daher spazieren auch wir; aber so richtig wohl fühle ich mich dabei nicht. Außerdem empfinde ich die Stimmung als sehr eigenartig. Berlin ist sonst schließlich alles andere als ruhig, distanziert und verschlossen.
Nach unserem kurzen Lauf(rad) Ausflug um den Block kehren wir wieder zurück in unsere Isolation. Nachher machen wir noch Pizza und ich freue mich darauf. Es ist ein Besinnen auf die kleinen Dinge im Leben die diese Zeit ein bisschen erträglicher macht.

Tag 13 der Pandemie.


Stimmungslage: sagen wir mal so – es ist schon ein Unterschied, ob man sich in freiwilliger oder verordneter Isolation befindet…
Das Kind: nimmt es gelassen.


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